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RATGEBER · VERGLEICH

Textilveredelung: Beispiele aus acht Verfahren

Stand: September 2026

Kurz gesagt

Textilveredelung heißt: Ein Motiv kommt auf ein fertiges Teil, mit Faden oder mit Farbe. Die Beispiele auf dieser Seite zeigen für acht Verfahren, welches Motiv auf welchem Teil in welcher Menge dabei herauskommt. Kurz vorweg: Ein Logo, das viele Wäschen überstehen soll, wird gestickt. Ein Foto oder ein Farbverlauf geht als Textildruck über DTF oder DTG. Dasselbe ein- bis dreifarbige Motiv ab 20 Stück ist ein Fall für Siebdruck. Namen, Nummern und Sportkleidung aus Polyester landen bei Flex, Flock oder Sublimation – drei Verfahren, die wir nur auf Anfrage machen. Welches Verfahren passt, entscheiden Motiv, Stoff und Menge, in dieser Reihenfolge.

Die vier Verfahren im Standard, je ein Beispiel

Diese vier decken ab, was auf Textilien am häufigsten gefragt ist. Die Beispiele nennen je ein Motiv, ein Teil und eine Menge.

Stickerei: Logo auf 30 Polos

Ein Café bestellt 30 Polos für das Team, alle mit demselben zweifarbigen Logo, 8 × 8 cm auf der Brust links. Aus der Vorlage entsteht einmal eine Stickdatei, danach näht die Maschine das Motiv Stich für Stich in den Stoff. Die Garnfarben werden aus einer festen Reihe ausgesucht, nicht angemischt.

Stickerei hält so lange wie der Stoff, und das Motiv liegt nicht als Schicht auf der Oberfläche. Deshalb ist sie die übliche Wahl für Arbeitskleidung, Caps, Polos und alles, was oft in die Wäsche geht. Ihre Grenzen sind klar: keine Farbverläufe, keine Fotos, und Schrift unter etwa 4 mm läuft zu. Ein einzelnes Teil reicht aus, die Stickdatei passt später für jede Nachbestellung.

Siebdruck: zweifarbiges Wappen auf 80 Sweatern

Ein Verein lässt 80 Sweater mit dem Wappen auf der Brust bedrucken, zwei Farben, klare Flächen. Für jede Farbe entsteht ein Sieb, beide werden zueinander ausgerichtet, dann läuft Teil für Teil durch. Diese Einrichtung fällt einmal an, egal wie viele Teile danach kommen.

Siebdruck lohnt sich deshalb ab 20 Stück je Motiv und wird mit jedem weiteren Teil günstiger. Die Farben stehen deckend auf dem Stoff und halten sehr lange. Farbverläufe bildet das Verfahren nur über ein Punkteraster ab, und jede zusätzliche Farbe braucht ein weiteres Sieb. Bei Fleece mit hohem Flor wird die Kontur weicher.

DTF: Fotomotiv auf 8 Hoodies

Eine Band will acht Hoodies aus Mischgewebe mit dem Cover ihrer Platte, fotorealistisch, über die ganze Brust. Das Motiv wird in allen Farben auf eine Folie gedruckt, mit Klebepulver versehen und in der Presse auf den Stoff übertragen.

DTF geht ab einem Stück, weil nichts eingerichtet werden muss, und funktioniert auf fast jedem Gewebe, auch auf dunkler Ware und auf Mischgewebe. Die Farbanzahl spielt für den Aufwand keine Rolle. Dafür liegt das Motiv als dünner Film auf dem Stoff: Bei einem kleinen Brustlogo fällt das nicht auf, bei einem Rückenmotiv über die ganze Breite schon.

DTG: feine Zeichnung auf 15 hellen T-Shirts

Ein Label bringt eine Tuschezeichnung mit vielen dünnen Linien auf 15 helle Baumwoll-T-Shirts. Der Stoff wird vorbehandelt, dann druckt die Maschine die Farbe direkt in die Faser, und Hitze fixiert sie.

DTG geht ab einem Stück, bleibt weich im Griff und zeichnet feine Linien sauber nach. Es funktioniert aber nur auf Baumwolle, und am brillantesten auf hellen Teilen; dunkle Ware braucht eine helle Unterlage unter dem Motiv. Auf Fleece wird der Druck weniger scharf. Für dasselbe Motiv in großer Serie ist Siebdruck der kürzere Weg, weil bei DTG jedes Teil einzeln durch die Maschine läuft.

Drei Verfahren, die wir nur auf Anfrage machen

Flex, Flock und Sublimation gehören zur Textilveredelung, stehen bei uns aber nicht im Standard. Wir nehmen die Anfrage auf, sagen dir aber offen, wenn ein anderes Verfahren für dein Teil besser passt – und das ist häufig der Fall.

Flexdruck: Namen und Nummern auf 18 Trainingsjacken

Ein Team lässt 18 Trainingsjacken mit dem Namen auf dem Rücken und einer Nummer darunter beschriften, alles in einer Farbe. Ein Plotter schneidet jedes Motiv aus einfarbiger Folie, danach wird von Hand entgittert und gepresst. Weil jeder Name einzeln geschnitten wird, macht ein Satz mit achtzehn verschiedenen Namen nicht mehr Einrichtung als ein einzelnes Teil. Flexdruck deckt auch dunkle Ware und hat messerscharfe Kanten, kann aber keine Fotos und keine Farbverläufe. Auf großen Flächen ist die Folie zu spüren und löst sich an den Rändern früher.

Flockdruck: College-Schriftzug auf 25 Crewnecks

Ein Abschlussjahrgang bestellt 25 Crewnecks mit einem breiten Schriftzug quer über der Brust, matt und samtig. Flockdruck arbeitet wie Flex mit geschnittener Folie, nur trägt diese Folie einen kurzen Faserflor. Der Flor schluckt Licht, daher der Retro-Look, und er rundet jede Kante ab: Feine Linien gehen verloren, dünne Schrift läuft zu. Gewaschen wird bei 30 °C auf links, ohne Trockner, und gebügelt nur von der Rückseite.

Sublimation: durchgehendes Muster auf 22 hellen Polyester-Trikots

Ein Team will 22 Trikots aus hellem Polyester-Mesh, das Muster durchgehend bis in die Naht. Beim Sublimationsdruck geht die Farbe unter Hitze als Gas in die Faser über, statt auf dem Stoff zu liegen. Das Gewebe bleibt luftdurchlässig, nichts scheuert, nichts platzt ab. Zwei Grenzen stecken im Verfahren: Es funktioniert nur auf Polyester, und die Farbe deckt nicht, braucht also helle Ware. Auf Baumwolle geht es nicht, für T-Shirts, Hoodies und Taschen fällt es damit aus.

Transferdruck: der Oberbegriff, ein Beispiel

Zwölf Softshelljacken sollen ein Logo auf der Brust bekommen. Sticken wäre naheliegend, setzt hier aber Nadellöcher in eine wasserdichte Membran – deshalb prüfen wir stattdessen einen Transfer. Transferdruck ist kein einzelnes Verfahren, sondern der Sammelbegriff für alle, die das Motiv über einen Träger und Hitze auf den Stoff bringen: DTF gehört dazu, Flex und Flock ebenso. Wer „Transferdruck“ sagt und ein Bildmotiv meint, meint in der Praxis meistens DTF.

Die Verfahren der Textilveredelung im Vergleich

VerfahrenMenge bei unsUntergrundFarbenGriffHaltbarkeitTypischer Einsatz
Stickereiab 1 Stückfast alle Stoffe, Vlies als Stützeausgesuchte Garne, keine VerläufeFaden im Stoff, keine Schicht daraufhält so lange wie der StoffLogos, Caps, Polos, Arbeitskleidung
Siebdruckab 20 Stück je Motivdie meisten Stoffe, Vorsicht bei Fleeceein Sieb pro Farbedünne Farbschicht, kaum zu spürensehr hoch, bewährt in Serieein- bis dreifarbige Motive in Serie
DTFab 1 Stückfast jedes Gewebe, auch dunkel und gemischtbeliebig viele, Foto und VerlaufFilm auf dem Stoff, bei Flächen spürbarhoch, Verschleiß zuerst an den KantenEinzelstücke, Bildmotive, Mischgewebe
DTGab 1 Stücknur Baumwolle, hell am brillantestenbeliebig viele, feine Schattierungenin der Faser, weichhoch, die Farbe sitzt in der Faserhelle Baumwoll-Shirts, kleine Auflagen
Flexdrucknur auf Anfragedie meisten Stoffe, auch dunkeleine Farbe je Folieglatte Schicht, liegt eben aufkleine Motive lange, Flächen kürzerNamen, Nummern, einfarbige Schrift
Flockdrucknur auf Anfragedie meisten Stoffe, auch dunkeleine Farbe je Foliesamtig, trägt sichtbar aufgut, unter Reibung drückt der Flor plattSchriftzüge im Retro-Look, Nummern
Sublimationnur auf Anfragenur helles Polyesterbeliebig viele, deckt nichtnicht zu spüren, Stoff bleibt luftdurchlässigsehr hoch, kann nicht abplatzenSportkleidung, Wettkampftrikots

Transferdruck steht nicht als eigene Zeile in der Tabelle, weil er drei der aufgeführten Verfahren umfasst: DTF, Flex und Flock. Wäschezahlen nennen wir bewusst nicht – wie lange ein Motiv hält, hängt am Stoff, an der Größe der Fläche und daran, wie das Teil behandelt wird. Für jedes Verfahren auf dieser Seite gilt derselbe Pflegehinweis: bei 30 °C waschen, auf links gedreht.

Entscheidungshilfe: Motiv, Stoff, Menge

Fang beim Motiv an, weil es am meisten ausschließt. Foto oder Farbverlauf heißt Digitaldruck, also DTF oder DTG. Ein bis drei flächige Farben heißt Siebdruck oder Stick. Ein kleines Logo, das lange halten soll, heißt Stick. Nur Namen und Zahlen in einer Farbe heißt Flex.

Dann kommt der Stoff. Helle Baumwolle nimmt DTG am besten an. Dunkle Ware und Mischgewebe sind DTF-Gebiet. Polyester-Mesh gehört zur Sublimation, auf Baumwolle geht sie nicht. Fleece mit hohem Flor macht jeden Druck weicher in der Kontur; Rippbündchen bleiben frei, weil der Strick sich dehnt und der Druck dabei reißt. Auf Socken, Caps und Handtüchern drucken wir gar nicht – dort wird gestickt, am Bund, am Front-Panel oder am Bordürenband.

Zuletzt die Menge. Unter 20 Teilen fällt Siebdruck weg, weil die Siebe zu stark ins Gewicht fallen. Ab 20 Stück je Motiv wird er zur ersten Wahl, sofern das Motiv wenige Farben hat. Stick, DTF und DTG gehen schon bei einem einzelnen Teil, und ihr Aufwand pro Stück sinkt mit der Menge kaum. Wenn zwei Verfahren übrig bleiben, entscheidet der Termin: Alles ohne Einrichtung startet sofort.

O-Ton folgt.

Was wir dazu machen

Bei .stumpf veredeln unsere Partnerbetriebe in Deutschland Rohlinge in vier Verfahren: Stickerei, DTF und DTG ab einem Stück, Siebdruck ab 20 Stück je Motiv. Fertig ist eine Kleinserie in 5 bis 10 Werktagen, größere Serien in der Regel innerhalb von drei Wochen. Flex, Flock und Sublimation gibt es nur auf Anfrage. Welches Verfahren zu deinem Motiv, deinem Stoff und deiner Menge passt, schauen wir uns gemeinsam an; einen Überblick gibt der Bereich Textilveredelung, und wenn du direkt loslegen willst, schick uns eine Anfrage.

Häufige Fragen

Welche Verfahren der Textilveredelung gibt es?

Im Druck sind das Siebdruck, DTG als Direktdruck und die Transferverfahren DTF, Flex und Flock, dazu Sublimation auf Polyester. Daneben steht die Stickerei, die das Motiv mit Faden in den Stoff näht.

Welches Verfahren passt zu Arbeitskleidung?

Meistens Stick, weil Arbeitskleidung häufig in die Wäsche geht und ein gesticktes Logo so lange hält wie der Stoff. Bei wasserdichten Membranen prüfen wir stattdessen einen Patch oder einen Transfer, damit die Nadel keine Löcher setzt.

Ab welcher Menge lohnt sich Siebdruck gegenüber DTF?

Ab 20 Stück je Motiv, sofern das Motiv mit ein bis drei Farben auskommt. Darunter und bei Fotos oder Farbverläufen ist DTF der kürzere Weg, weil keine Siebe eingerichtet werden.

Kann man Fotos auf Textilien drucken?

Ja, mit DTF auf fast jedem Gewebe und mit DTG auf heller Baumwolle. Stickerei, Flex und Flock können keine Fotos, weil dort Faden oder einfarbige Folie das Motiv bilden.

Warum bietet ihr Flex, Flock und Sublimation nur auf Anfrage an?

Weil für die meisten Motive eines der vier Standardverfahren länger hält oder besser aussieht. Wenn Flex, Flock oder Sublimation wirklich der richtige Weg sind, etwa bei Namen auf Trikots, nehmen wir die Anfrage auf.