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GLOSSAR · DRUCKVERFAHREN

Flockdruck

Flockdruck ist ein Transferverfahren der Textilveredelung, bei dem das Motiv aus einer Folie mit kurzen, aufrecht stehenden Fasern geschnitten und mit Hitze auf den Stoff gepresst wird. Die Oberfläche fühlt sich danach samtig an und trägt sichtbar auf. Der Druck ist einfarbig und deckt auch dunkle Ware; typisch sind Schriftzüge im Retro-Look und Nummern auf Trikots.

Wie Flockdruck funktioniert

Die Flockfolie trägt auf einem durchsichtigen Träger unzählige kurze Fasern, die senkrecht in einer Kleberschicht stehen. Aufgerichtet werden sie bei der Herstellung in einem elektrischen Feld, deshalb steht der Flor gleichmäßig und fühlt sich in die eine Richtung glatter an als in die andere.

Der weitere Weg gleicht dem Flexdruck: Ein Schneideplotter schneidet das Motiv spiegelverkehrt, alles außerhalb wird von Hand entgittert, dann presst eine Hitzepresse das Motiv auf das Teil, und der Träger wird abgezogen. Auch hier gilt eine Farbe je Folie.

Wofür es taugt, wofür nicht

Flockdruck taugt für einfarbige, großzügige Formen: College-Schriftzüge, Zahlen auf dem Rücken, ein Wort über der Brust. Der Flor schluckt Licht und wirkt deshalb matt statt glänzend – das ist der Retro-Look, für den das Verfahren bekannt ist.

Feine Details gehen verloren, weil der Flor jede Kante abrundet und dünne Linien zulaufen lässt. Fotos und Farbverläufe sind ausgeschlossen. Auf großen Flächen wird das Motiv schwer und steif, und dort, wo dauerhaft etwas reibt, etwa unter einem Rucksackgurt, drückt sich der Flor platt.

Gewaschen wird bei 30 °C und auf links gedreht. Der Trockner ist nichts für Flock, und gebügelt wird nur von der Rückseite: Direkte Hitze legt den Flor um, und aufgerichtet bekommt man ihn danach nicht mehr.

Flockdruck und Flexdruck

Beide Verfahren schneiden eine einfarbige Folie, entgittern sie und pressen sie auf. Der Unterschied steckt im Material: Flexfolie ist glatt und dünn und liegt fast eben auf dem Stoff, Flockfolie trägt einen Flor und steht spürbar ab. Flex wirkt dadurch sauber und gleichmäßig, Flock weich und samtig. Mehr dazu im Eintrag Flexdruck.

Relevant für

Wo Flock neben den Verfahren steht, die wir im Standard drucken und sticken, zeigt der Bereich Textilveredelung; welche Teile dafür infrage kommen, steht auf der Seite Flex und Flock für Textilien. Bei .stumpf gibt es Flockdruck nur auf Anfrage.

Zwei Fragen

Wie wäscht man ein Flock-Motiv?

Bei 30 °C, auf links gedreht, ohne Trockner. Bügeln nur von der Rückseite, weil direkte Hitze den Flor umlegt.

Wofür wird Flockdruck heute noch verwendet?

Für einfarbige Schriftzüge im Retro-Look und für Nummern und Namen auf Trikots, also überall dort, wo eine samtige Oberfläche gewollt ist.