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.STUMPF · WOHIN WIR WOLLEN

Nachhaltige Textilproduktion: wohin wir wollen

Diese Seite ist ein Manifest. Hier steht nachhaltige Textilproduktion, wie wir sie uns vorstellen, und nicht, was wir heute schon leisten.

Was hier steht, haben wir noch nicht eingelöst

Jeder Satz auf dieser Seite steht in der Zukunft. Das ist keine Vorsicht, sondern der Unterschied zwischen einem Ziel und einer Zusage. Was wir dir heute zusagen können, steht auf Nachhaltigkeit: Produktion in der EU, zertifizierte Stoffe unserer Partnerbetriebe, Fertigung erst nach Bestellung, Auskunft über den Betrieb, sobald er zustimmt.

Wenn ein Punkt von hier nach dort wandert, schreiben wir ihn dort hin. Bis dahin ist er eine Idee, und wir nennen ihn auch so. Eine Marke, die ihre Absichten als Leistung verkauft, hat das Problem nur verschoben.

Baumwolle, bei der wir das Feld kennen

Wir wollen die Baumwolle für unsere eigene Kollektion irgendwann direkt von Kleinstbäuer:innen beziehen, zum Beispiel aus Kolumbien. Heute steht am Anfang unseres Handelswegs niemand, den wir benennen können; am Ende soll dort ein Hof stehen, den wir besucht haben.

Diese Höfe tragen in der Regel kein Siegel. Ein Siegel kostet Audits und laufende Gebühren, und wer wenige Hektar bewirtschaftet, kann das nicht bezahlen. Ohne synthetische Düngemittel arbeiten viele von ihnen trotzdem, weil sie es immer so gemacht haben. Uns wäre das lieber als ein Logo auf dem Hangtag, dessen Prüfbericht wir nie gesehen haben.

Belegen müssten wir es dann anders: mit Namen, Orten und Fotos, und mit der Zustimmung der Höfe, dass wir beides veröffentlichen. Denselben Weg gehen wir schon bei unseren Partnerbetrieben, und er ist langsamer als ein gekauftes Siegel. Dafür kannst du am Ende nachlesen, wer die Faser geerntet hat.

O-Ton folgt.

Was uns heute davon abhält

Die ehrliche Antwort ist die Menge. Ein Hof verkauft Faser in Mengen, die eine Marke unserer Größe allein nicht abnimmt, und eine Spinnerei nimmt sie nur an, wenn sie in ihre Abläufe passt. Zwischen Feld und Stoff liegen Entkörnung, Spinnerei, Strickerei und Färberei – Stationen, an denen unsere Faser heute mit der aller anderen zusammenläuft.

Solange das so ist, können wir nicht sagen, in welchem Teil welche Ernte steckt. Wir wollen das ändern, indem wir die Kette rückwärts aufbauen: erst die Betriebe in Portugal, die bereit sind, eine benannte Partie getrennt zu verarbeiten, dann die Spinnerei, dann den Hof. Der umgekehrte Weg, zuerst den Hof zu suchen, endet bei freundlichen Gesprächen ohne Ware.

Eine kurze Kette, die wir aufschreiben können

Das Ziel dahinter ist eine Kette mit wenigen Stationen: Feld, Faser, Stoff, Naht, Versand. Wir wollen sie so kurz halten, dass sie auf ein Etikett passt, und jede Station beim Namen nennen können, sobald sie zustimmt.

Heute reicht unsere Kette bis zum Stoff. Er kommt über unsere Partnerbetriebe; die eigene Kollektion wird in Portugal genäht und veredelt, Rohlinge werden in Deutschland veredelt. Der Schritt davor, das Feld, fehlt uns. Genau den wollen wir dazubekommen, und zwar für die eigene Kollektion zuerst, weil wir dort über Schnitt, Stoff und Menge selbst entscheiden.

Misch-Kollektionen, die zeigen, woher jedes Teil kommt

Eine zweite Idee betrifft Kollektionen aus beiden Wegen. Wer klein anfängt, veredelt Rohlinge; wer größer wird, lässt eigene Schnitte in Portugal nähen. In der Praxis liegt beides nebeneinander im selben Drop, und von außen sieht man dem Teil nicht an, welchen Weg es genommen hat.

Wir wollen, dass man ihm das ansieht: eine Kennzeichnung je Teil, die sagt, ob es ein veredelter Rohling ist oder ein eigener Schnitt aus Portugal. Das ist keine Wertung, der veredelte Rohling ist für viele Projekte der richtige Weg. Es geht darum, dass deine Kundschaft dieselbe Auskunft bekommt wie du. Ob daraus ein Label im Nacken wird, ein Hangtag oder eine Zeile im Shop, wissen wir noch nicht.

Produktion nur auf Bestellung, auch wenn wir größer werden

Wir produzieren erst, wenn bestellt ist. Das gilt heute, und es ist der Punkt, bei dem wir uns selbst am wenigsten trauen: Je größer eine Marke wird, desto verlockender ist ein volles Lager, das sofort liefert. Wir wollen auch dann nichts auf Verdacht nähen lassen, sondern lieber sagen, wann das Teil da ist.

Die eigene Kollektion ist der Ort, an dem sich das zuerst zeigt. Wenn eine Größe aus ist, steht sie als ausverkauft da, bis wir nachlegen. Das ist unbequemer als ein Regal voller Teile, die niemand bestellt hat.

Für dich heißt das langfristig: Wir legen nach, statt am Saisonende den Rest zu verramschen. Ein Teil, das es noch gibt, ist keins, das übrig geblieben ist.

Warum hier keine Jahreszahl steht

Wir nennen für keinen dieser Punkte ein Datum. Eine Zahl auf einer Vision-Seite ist leicht geschrieben und schwer zu halten, und wir hängen an diesen Punkten nicht, weil wir sie versprochen haben, sondern weil sie richtig sind. Was sich bewegt, liest du zuerst auf der Seite Nachhaltigkeit, nicht hier.

Was das für deine Produktion heute bedeutet: nichts. Du bekommst, was auf Nachhaltigkeit steht, und die Wege, die unter .stumpf you beschrieben sind. Alles andere auf dieser Seite ist unsere Baustelle, nicht deine.

Wer wir sind und wie wir hierher gekommen sind, steht unter Über uns.

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