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GLOSSAR · STICK

Stickerei

Stickerei ist ein Verfahren der Textilveredelung, bei dem ein Motiv mit Faden in den Stoff genäht und nicht gedruckt wird. Farbverläufe und Fotos kann sie nicht, dafür hält das Motiv so lange wie der Stoff selbst und liegt nicht als Schicht auf der Oberfläche. Stickerei geht ab einem Stück; typisch sind Logos auf der Brust links, auf Caps oder im Nacken.

Wie es funktioniert

Vor dem ersten Stich wird aus der Vorlage eine Stickdatei gemacht: Darin steht, wo jeder Stich sitzt, in welcher Reihenfolge genäht wird und wo die Fäden wechseln. Danach näht eine Maschine das Motiv Stich für Stich in den Stoff, mit einer Farbe nach der anderen. Die Farben kommen aus einer festen Reihe von Garnen und werden ausgesucht, nicht angemischt. Unter den Stoff kommt ein Vlies, das ihn beim Sticken stabil hält; dehnbare Ware wie Fleece braucht davon mehr, weil sie unter der Nadel nachgibt.

Schrift unter etwa 4 mm läuft beim Sticken zu, weil der Faden feine Linien nicht sauber nachzeichnet. Große Flächen sind aufwendig und entsprechend teuer, und sie werden mit vielen Stichen schwer und steif. Typisch ist deshalb ein kleines Motiv, etwa 8 × 8 cm auf der Brust links, oder ein Logo auf einem Cap, wo Stick der Standard ist.

Wofür es taugt, wofür nicht

Stickerei passt zu Logos, Namen und Symbolen ohne Farbverlauf, überall dort, wo ein Teil viele Wäschen übersteht: Workwear, Polos, Caps, Beanies, der Bund von Socken, das Bordürenband am Handtuch. Ein einzelnes Teil reicht dafür aus.

Für Fotos und Motive mit Farbverlauf geht Stickerei nicht, und sehr kleine Schrift läuft zu. Große Flächen sind zwar möglich, aber wegen des Aufwands und des Gewichts selten die richtige Wahl. Bei wasserdichten Jacken ist zu bedenken, dass jede Nadel ein Loch in die Membran setzt; dort ist ein aufgenähter Patch oft der bessere Weg. Strick und Frottee schlucken feine Details, deshalb gehört das Motiv dort an den Umschlag oder an das Bordürenband statt in die Fläche.

Stickerei und Druckverfahren allgemein

Der Unterschied zu Druckverfahren wie DTF, DTG oder Siebdruck liegt im Material: Stickerei trägt keine Farbe auf, sondern näht Faden in den Stoff. Das macht sie widerstandsfähiger gegen Wäsche und Abrieb, schließt aber Farbverläufe und Fotos aus – dafür sind Druckverfahren wie DTF oder Siebdruck die passende Wahl.

Relevant für

Bei .stumpf ist Stickerei eines von vier Verfahren der Veredelung; Motivgrößen, Stoffe und Zeiten stehen auf der Seite Stickerei für Textilien.

Zwei Fragen

Ab welcher Menge lohnt sich Stickerei?
Schon ein einzelnes Teil lässt sich besticken; eine Mindestmenge gibt es nicht. Die Stickdatei wird einmal gemacht und passt danach für jede Nachbestellung.
Kann man mit Stickerei Fotos oder Farbverläufe umsetzen?
Nein. Der Faden hat eine Farbe pro Stich, ein Verlauf oder ein Foto lässt sich damit nicht nachbilden; dafür sind die Druckverfahren da.