.stumpf

RATGEBER · GUIDE

Arbeitsschutzkleidung DIN EN: welche Norm wofür steht

Stand: September 2026

Kurz gesagt

Eine Norm nach DIN EN oder EN ISO tragen nur Teile, die vor einer bestimmten Gefährdung schützen sollen. Arbeitskleidung und Berufskleidung tragen keine: Die eine ersetzt die private Kleidung bei der Arbeit, die andere zeigt, für welchen Betrieb jemand unterwegs ist. Welche Norm in deinem Betrieb gebraucht wird, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, die der Arbeitgeber erstellt, nicht aus einem Katalog. Für unsere Arbeit ist die Grenze klar: Wir veredeln Workwear, die es als Rohling gibt, mit Stick und Druck. Ein Logo auf zertifizierter Schutzkleidung kann deren Zertifizierung berühren, deshalb stellen wir keine Bescheinigung nach einer Norm aus und nehmen Warnschutz nur auf Anfrage an.

Arbeitskleidung, Berufskleidung, Schutzkleidung: drei Wörter, drei Dinge

Im Alltag laufen die drei Begriffe durcheinander, in der Beschaffung nicht. Arbeitskleidung ist das, was jemand statt der eigenen Sachen anzieht, damit die privaten Sachen heil bleiben. Das ist ein robustes T-Shirt, eine Bundhose oder ein Fleece, und mehr als halten muss so ein Teil nicht.

Berufskleidung ist Arbeitskleidung mit Absicht: Am Teil ist zu erkennen, für welchen Betrieb oder in welchem Beruf jemand arbeitet. Das gestickte Firmenlogo links auf der Brust macht aus dem Softshell eine Berufskleidung, an der Naht ändert sich dadurch nichts. Der Grund für die Anschaffung ist hier der Auftritt beim Kunden, nicht die Gefahr am Arbeitsplatz.

Schutzkleidung ist die dritte Sache und die einzige, um die es bei den Normen geht. Sie ist persönliche Schutzausrüstung, abgekürzt PSA, und sie soll eine konkrete Gefährdung abwehren: überfahren werden im Dunkeln, Funkenflug am Schweißplatz, eine elektrostatische Entladung im Ex-Bereich, Nässe im Winterdienst. Solche Teile durchlaufen eine Prüfung, tragen ein Kennzeichen mit Piktogramm und Normnummer und kommen mit einer Information des Herstellers, in der steht, was geprüft wurde.

Die praktische Folge: Wer „Arbeitsschutzkleidung nach DIN EN" bestellt, bestellt ein geprüftes Produkt mit Papieren. Wer Teamkleidung mit Logo bestellt, bestellt ein Textil ohne Prüfung. Beides kann im selben Schrank hängen, und in vielen Betrieben tut es das auch, aber es sind zwei Beschaffungen mit zwei Regeln.

Arbeitsschutzkleidung DIN EN: die Normen im Überblick

Die folgenden fünf Normen begegnen dir am häufigsten, wenn du Kataloge oder Ausschreibungen liest. Die Tabelle nennt Nummer und Zweck, mehr nicht: Was eine Klasse im Einzelfall verlangt, steht in der Norm selbst und in der Herstellerinformation zum Teil.

NormWofür sie stehtTypisch für
EN ISO 13688Allgemeine Anforderungen an Schutzkleidung: Unschädlichkeit, Größen, Kennzeichnung, Alterung. Gilt nie allein, sondern immer zusammen mit einer der folgenden Normenjede Schutzkleidung als Grundlage
EN ISO 20471Warnkleidung, die bei Tag und im Scheinwerferlicht sichtbar macht. Die Klassen 1 bis 3 unterscheiden sich in der Fläche des fluoreszierenden Materials und der ReflexstreifenStraßenbau, Winterdienst, Logistik, Bahn
EN ISO 11612Schutz gegen Hitze und Flammen. Buchstabencodes am Etikett sagen, welche Einwirkungen geprüft wurden, etwa Flammen, Strahlungswärme oder flüssiges MetallSchweißen, Gießerei, Industrieofen
EN 1149Elektrostatische Eigenschaften. Die Kleidung soll Ladung ableiten, damit kein zündfähiger Funke entsteht; sie wirkt nur geschlossen getragen und im Zusammenspiel mit der Erdung am Arbeitsplatzexplosionsgefährdete Bereiche, Chemie, Lackierbetrieb
EN 343Schutz gegen Regen und Nässe, geprüft auf Wasserdichtheit und auf Wasserdampfdurchgang, also darauf, wie viel Feuchtigkeit von innen nach außen kommtAußenteams, Bau, Entsorgung, Winterdienst

Dazu kommt eine zweite Ebene, die nicht auf dem Etikett steht: die europäische Verordnung über persönliche Schutzausrüstung. Diese Verordnung teilt PSA in drei Kategorien nach der Schwere des Risikos ein und legt fest, wie geprüft wird. Warnkleidung fällt in die mittlere Kategorie, Flammschutz in die oberste. Für dich als Betrieb heißt das vor allem: Zu einem zertifizierten Teil gehört die Information des Herstellers, und die gehört in die Ablage.

Eine Norm sagt übrigens nichts darüber, wie angenehm ein Teil zu tragen ist. Ein Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester kann geprüft sein und trotzdem im Sommer unbeliebt. Der Tragekomfort steht in keiner Nummer, deshalb lohnt sich ein Teil zum Anfassen, bevor das ganze Team eingekleidet wird.

Wer entscheidet, was dein Team trägt

Die Entscheidung liegt beim Arbeitgeber, und sie hängt an der Gefährdungsbeurteilung. Darin wird Arbeitsplatz für Arbeitsplatz aufgeschrieben, welche Gefährdungen es gibt und was dagegen hilft. Erst wenn technische und organisatorische Maßnahmen nicht reichen, kommt PSA ins Spiel; dann steht dort auch, welche.

Wer dabei mitredet, unterscheidet sich je nach Betrieb: die Fachkraft für Arbeitssicherheit, die Betriebsärztin, der Betriebsrat, und bei Fragen zur Auslegung die Berufsgenossenschaft, bei der dein Betrieb versichert ist. Dort gibt es auch die Regeln und Informationen, die zu deiner Branche gehören. Rechtsauskunft geben wir nicht, und wir prüfen auch keine Gefährdungsbeurteilung.

Für die Bestellung sind zwei Punkte aus diesem Papier wichtig. Erstens: Braucht das Teil eine Norm oder nicht? Zweitens: Wer zahlt und wer wäscht? PSA stellt der Arbeitgeber, bei Berufskleidung regeln das Arbeits- oder Tarifvertrag und die Vereinbarung im Haus.

O-Ton folgt.

In der Praxis sortieren die meisten Betriebe ihren Schrank danach in zwei Hälften. Auf der einen Seite die geprüften Teile, gekauft über den Weg, den die Gefährdungsbeurteilung vorgibt. Auf der anderen Seite Shirts, Polos, Hoodies, Softshells und Fleece fürs Team, mit Logo. Für diese zweite Hälfte bist du bei uns richtig.

Was ein Logo mit der Zertifizierung macht

Geprüft wird ein Teil so, wie es der Hersteller liefert. Jede spätere Veränderung kann etwas an diesem geprüften Zustand ändern, und deshalb ist Veredelung auf Schutzkleidung kein normaler Auftrag.

Beim Sticken geht die Nadel durch den Stoff. Auf einer wasserdichten Membran entstehen dabei Einstichlöcher, auf einem flammhemmend ausgerüsteten Gewebe liegt danach ein Garn auf der Oberfläche, das selbst nicht geprüft ist. Beim Druck kommt eine Schicht auf das Material, die dort vorher nicht war. Und bei Warnkleidung zählt die Fläche: Wer ein Motiv über den Reflexstreifen oder über das fluoreszierende Material legt, verkleinert genau die Fläche, wegen der das Teil seine Klasse bekommen hat.

Ob eine bestimmte Veredelung erlaubt ist, sagt die Information des Herstellers zu diesem Teil. Manche Hersteller geben Stellen frei, an denen ein Logo sitzen darf, manche nennen Größen, manche schließen es aus. Diese Vorgabe ist der Maßstab, nicht unsere Einschätzung.

Wir stellen deshalb keine Bescheinigung aus, dass ein Teil nach der Veredelung noch einer Norm entspricht. Wir sind ein Veredelungsbetrieb, keine Prüfstelle. Warnschutzkleidung nehmen wir nur auf Anfrage an. Nenn uns das Teil, die Menge und die Freigabe des Herstellers, dann klären wir mit dem veredelnden Betrieb, ob und wie es geht.

Wenn es nicht klappt, gibt es meistens einen Weg daneben. Das Logo sitzt dann auf dem Teil, das ohnehin keine Schutzfunktion hat: auf dem Polo unter der Warnweste, auf dem Softshell für den Weg zum Kunden, auf der Fleecejacke im Lager. Ein aufgenähter Patch ist eine weitere Möglichkeit, aber auch er verändert das Teil, muss also vorher freigegeben sein.

Was wir veredeln

Unser Feld ist Workwear als Rohling: Arbeitsjacken, Softshell, Fleece, Westen, Hemden, Polos, T-Shirts, Hoodies und Schürzen aus den Katalogen unserer Partnerbetriebe. Veredelt wird in Deutschland, mit DTF und Stick ab einem Stück und Siebdruck ab 20 Stück je Motiv.

Bei Arbeitskleidung raten wir in den meisten Fällen zum Stick. Die Nadel zieht das Garn durch das Gewebe, statt eine Schicht darauf zu legen, deshalb hält ein gesticktes Logo so lange wie das Teil selbst. Das zählt, weil Arbeitskleidung häufig gewaschen wird und weil Werkzeug, Gurte und Material ständig darüber scheuern. Für Schrift gilt eine Grenze: Unter etwa vier Millimetern läuft sie unter der Nadel zu, ein langer Betriebsname wird deshalb größer gesetzt oder gedruckt.

Unsere Pflegeempfehlung ist 30 °C, für Stick wie für Druck. Dass in Betrieben heißer gewaschen wird, wissen wir; das entscheidest du, und eine Zusage geben wir dafür nicht. Bei zertifizierter Schutzkleidung gilt ohnehin die Pflegeanleitung des Herstellers, weil die Schutzwirkung an der Wäsche hängt.

Hosen veredeln wir nicht, die kommen als fertiger Rohling mit. Schuhe führen wir gar nicht. Teile aus deinem eigenen Bestand nehmen wir nur auf Anfrage und ohne Garantie an, weil wir nicht wissen, wie ein fremder Stoff unter Nadel und Presse reagiert.

Was wir dazu machen

Wir veredeln Arbeitskleidung ab einem Stück in unseren Partnerbetrieben in Deutschland: Stick und DTF ab Stückzahl 1, Siebdruck ab 20 Stück je Motiv, fertig in 5 bis 10 Werktagen, größere Serien in der Regel innerhalb von drei Wochen. Vorab bekommst du den Rohling zum Anfassen und auf Wunsch ein fertiges Musterteil mit deinem Motiv. Welche Teile es gibt und was auf welches passt, steht auf Arbeitskleidung bedrucken; wie ein gesticktes Logo auf Jacke und Weste sitzt, auf Arbeitskleidung besticken. Was wir sonst für Firmen, Vereine und Teams machen, steht unter Firmenkleidung. Wenn Teil, Menge und Termin feststehen, geht es direkt zur Anfrage.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitskleidung und Schutzkleidung?
Arbeitskleidung ersetzt die private Kleidung bei der Arbeit und muss nichts können außer halten. Schutzkleidung ist persönliche Schutzausrüstung gegen eine konkrete Gefährdung, wird geprüft und trägt eine Kennzeichnung mit Normnummer.
Welche DIN-EN-Normen gibt es für Arbeitsschutzkleidung?
Am häufigsten begegnen dir EN ISO 13688 als Grundlage, EN ISO 20471 für Warnkleidung, EN ISO 11612 für Hitze und Flammen, EN 1149 für elektrostatische Eigenschaften und EN 343 für Schutz gegen Regen. Was eine Klasse im Einzelfall verlangt, steht in der Norm und in der Herstellerinformation.
Darf man ein Firmenlogo auf zertifizierte Schutzkleidung sticken?
Das gibt die Information des Herstellers zum jeweiligen Teil vor. Dort steht, ob und an welcher Stelle eine Veredelung möglich ist. Wir bescheinigen nicht, dass ein Teil nach Stick oder Druck noch einer Norm entspricht.
Veredelt ihr Warnwesten und Warnjacken?
Nur auf Anfrage. Nenn uns das Teil, die Menge und die Freigabe des Herstellers, dann klären wir mit dem veredelnden Betrieb, ob es geht. Oft ist das Polo oder der Softshell darunter der bessere Platz fürs Logo.
Wer legt fest, welche Schutzkleidung ein Betrieb braucht?
Der Arbeitgeber, auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung. Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsärztin und Betriebsrat reden mit, für die Auslegung ist die zuständige Berufsgenossenschaft die Adresse. Eine Rechtsauskunft geben wir nicht.