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GLOSSAR · TEXTILKUNDE

Mischgewebe

Mischgewebe ist ein Stoff aus zwei oder mehr Faserarten, meist einer Naturfaser wie Baumwolle und einer synthetischen Faser wie Polyester. Die Mischung verbindet Eigenschaften beider Fasern, etwa die Atmungsaktivität von Baumwolle mit der Formstabilität und Robustheit von Polyester, in einem einzigen Garn oder Gewebe.

Wie es funktioniert

Zwei oder mehr Fasern werden schon beim Garn gemischt oder als getrennte Fäden verwoben oder verstrickt. Das Mischungsverhältnis bestimmt, welche Eigenschaft überwiegt: Ein hoher Baumwollanteil bringt mehr Atmungsaktivität und einen weicheren Griff, ein hoher Anteil synthetischer Faser mehr Formstabilität, weniger Knitter und schnelleres Trocknen. Auf dem Etikett steht die Zusammensetzung in Prozent, die größte Faser zuerst.

Verbreitet sind Baumwolle mit Polyester, zum Beispiel 65 zu 35 bei Schürzen und Kochjacken, Baumwolle mit Polyacryl im Rippstrick einer Beanie und Baumwollmischungen in Socken, wo ein kleiner Anteil elastischer Faser für den Halt am Bein sorgt.

Wofür es taugt, wofür nicht

Mischgewebe eignet sich, wenn ein Stoff robust, formstabil und pflegeleicht sein soll, etwa bei Arbeitskleidung oder bei Teilen, die oft in die Wäsche gehen. Für die Veredelung macht der Fasermix einen Unterschied: DTG-Druck funktioniert am zuverlässigsten auf hohem Baumwollanteil, weil die wasserbasierte Farbe von der Naturfaser aufgenommen wird. Bei höherem Polyesteranteil eignen sich DTF, Siebdruck oder Stick meist besser, weil sie nicht in die Faser müssen, sondern auf ihr liegen oder durch sie hindurchgehen.

Wofür es weniger taugt: Bei Wärme fühlt sich ein hoher Synthetikanteil schneller klamm an als reine Baumwolle, und an Stellen mit Reibung bilden sich eher kleine Knötchen. Am Ende seines Lebens lässt sich ein Stoff aus zwei Fasern außerdem schlechter recyceln als einer aus einer.

Mischgewebe und Polyester

Mischgewebe ist eine Stoffkategorie aus mehreren Faserarten. Polyester ist eine einzelne synthetische Faser, die entweder pur oder als Bestandteil eines Mischgewebes verarbeitet wird. Ein Stoff kann also zu 100 Prozent aus Polyester bestehen oder Polyester nur als Anteil enthalten; im ersten Fall ist es kein Mischgewebe.

Relevant für

Wer Kleidung produzieren lässt, legt den Fasermix selbst fest, und wie robuste Mischgewebe in der Praxis aussehen, steht bei Arbeitskleidung bedrucken.

Zwei Fragen

Ist Mischgewebe schlechter als reine Baumwolle?

Nicht grundsätzlich. Mischgewebe verbindet Eigenschaften wie Atmungsaktivität und Formstabilität, je nach Mischungsverhältnis und Einsatzzweck kann das praktischer sein als ein reiner Baumwollstoff.

Welches Druckverfahren passt zu Mischgewebe?

Das hängt vom Polyesteranteil ab. Bei höherem Polyesteranteil eignen sich Verfahren wie DTF, Siebdruck oder Stick oft besser als DTG, das auf hohem Baumwollanteil am zuverlässigsten funktioniert.