GLOSSAR · TEXTILKUNDE
Private Label Kleidung
Private Label Kleidung ist Kleidung, die ein Betrieb im Auftrag produziert und die unter dem Label der Auftraggeberin verkauft wird. Im Nacken steht ihr Name, nicht der des Herstellers. Schnitt, Stoff und Ausstattung werden für diesen einen Auftrag festgelegt, und der Betrieb tritt nach außen nicht in Erscheinung.
Wie Private Label funktioniert
Es gibt zwei Wege dorthin, und sie unterscheiden sich vor allem in Menge und Vorlauf. Der kurze Weg geht über den Rohling: ein fertiges Teil aus dem Katalog, das eigene Label eingenäht, das eigene Motiv aufgebracht. Schnitt und Stoff sind damit gesetzt, dafür reicht eine kleine Menge und es geht schnell.
Der lange Weg ist die eigene Produktion: eigener Schnitt, eigener Stoff, Webetikett und Größenlabel gleich mit eingenäht. Hier gehört das Teil vom ersten Maß an zur Marke, und niemand erkennt darin einen Katalogartikel. Das kostet Menge und Monate, nicht Werktage.
Private Label und White Label
White Label heißt: Ein Produkt ist fertig entwickelt, und mehrere Händler verkaufen es unverändert unter jeweils eigenem Namen. Alle bekommen dasselbe Teil, nur das Etikett wechselt. Private Label heißt dagegen: Das Produkt entsteht für einen Auftraggeber, und Schnitt, Stoff oder Ausstattung sind mit ihm abgestimmt. Der Unterschied liegt also nicht am Etikett, sondern daran, wer über das Produkt bestimmt.
Label im Nacken, Hangtag am Teil
Drei Etiketten machen aus einem Teil ein Markenteil. Das Nackenlabel, gewebt oder gedruckt, trägt den Namen und wird eingenäht oder aufgedruckt. Das Pflege- und Größenetikett sitzt im Nacken oder in der Seitennaht und bleibt dauerhaft im Teil, weil Material und Pflege dort ablesbar bleiben müssen. Der Hangtag hängt außen und wird vor dem ersten Tragen abgeschnitten.
Alle drei kommen von der Auftraggeberin oder werden in ihrem Auftrag hergestellt. Wo sie sitzen, hält die Produktionsvorlage fest, zusammen mit Maßen, Stoff und Farbe — das ist Teil der Kollektionsentwicklung.
Relevant für
Was ein eigenes Label im Alltag bedeutet, von der Idee bis zum Etikett, steht unter eigenes Label; welche Mengen und Zeiten an den beiden Wegen hängen, unter Kleidung produzieren lassen. Bei .stumpf lässt sich dein Label gegen Aufpreis in Rohlinge einnähen, und eine eigene Kollektion mit eigenem Schnitt beginnt in der Regel bei rund 100 Stück je Schnitt und Farbe.
Zwei Fragen
Was bedeutet Private Label bei Kleidung?
Ein Betrieb produziert die Teile, verkauft werden sie unter dem Label des Auftraggebers. Der Name im Nacken gehört der Marke, nicht der Näherei.
Was ist der Unterschied zwischen Private Label und White Label?
White Label ist ein fertiges Produkt, das mehrere Händler unverändert unter eigenem Namen verkaufen. Private Label entsteht für einen Auftraggeber, der über Schnitt, Stoff und Ausstattung mitentscheidet.