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GLOSSAR · TEXTILKUNDE

Kappnaht

Die Kappnaht ist eine Nahtart, bei der die beiden Stoffkanten ineinander umgelegt und anschließend zweifach abgesteppt werden. Alle Schnittkanten liegen danach eingeschlossen im Inneren der Naht, außen sind zwei parallele Steppreihen zu sehen. Bekannt ist sie von der Jeans, von Arbeitskleidung und von klassischen Hemden.

Wie eine Kappnaht genäht wird

Die beiden Stofflagen werden versetzt aufeinandergelegt, sodass eine Zugabe übersteht. Diese Zugabe schlägt man um die Kante der anderen Lage, legt sie flach auf den Stoff und steppt sie fest; eine zweite Reihe hält die Umlegung an ihrem Platz. In der Serie näht das eine Doppelnadelmaschine in einem Durchgang.

Am Ende liegen vier Stofflagen übereinander, zwei Nahtreihen tragen die Last, und im Inneren gibt es keine offene Kante mehr. Genau daher kommt die Haltbarkeit: Gibt eine Reihe nach, hält die zweite, und ausfransen kann nichts, weil keine Faser frei liegt.

Wofür sie taugt, wofür nicht

Die Kappnaht gehört an Stellen, die ziehen und scheuern: an die Innenbein- und Seitennaht einer Jeans aus Denim, an Arbeitshosen, an Hemdärmel. Die Naht bleibt flach und drückt deshalb nicht unter einem Gurt, und häufige Wäsche verträgt sie, ohne sich aufzulösen.

An dehnbaren Gestricken hat sie nichts verloren. Die Naht selbst gibt kaum nach, an einem Jersey-Shirt würde sie beim Anziehen bremsen. Dazu kommt der Aufwand: Vier Lagen an jedem Kreuzungspunkt machen dicke Stoffe schwer zu führen, und die Naht braucht mehr Zeit als jede andere am selben Teil.

Kappnaht und Flatlock-Naht

Flach sind beide, die Aufgabe ist verschieden. Die Kappnaht schließt die Kanten im Stoff ein und lebt von zwei Steppreihen im Webstoff, sie hält Zug. Die Flatlock-Naht stößt die Kanten stumpf aneinander und überdeckt sie mit einem breiten Garnbild, damit sich die Stelle mit dem Gestrick dehnt. Die eine hält Last aus, die andere bewegt sich auf der Haut mit.

Relevant für

Bei einem eigenen Schnitt ist das Nahtbild eine Entscheidung wie Stoff, Farbe und Länge, und sie steht im Entwurf, bevor das erste Sample genäht wird. Welche Nähte an welche Stelle kommen, klärt sich bei Kleidung produzieren und für Teile, die täglich im Betrieb getragen werden, bei Arbeitskleidung bedrucken lassen. An einem T-Shirt nach deinem Schnitt bleibt es dagegen bei dehnbaren Nähten. Die eigene Kollektion von .stumpf wird in Portugal genäht und veredelt, dort legen wir das Nahtbild je Teil mit fest.

Zwei Fragen

Wo wird die Kappnaht eingesetzt?

An Jeans, Arbeitshosen, Workwear-Jacken und klassischen Hemden, also überall dort, wo eine Naht Zug aushalten und oft gewaschen werden muss.

Was unterscheidet Kappnaht und Overlocknaht?

Die Overlocknaht umschlingt die Stoffkante mit Garn und versäubert sie, innen bleibt eine Zugabe stehen. Die Kappnaht legt die Kanten ineinander und steppt sie zweifach fest, das hält länger und braucht mehr Zeit.