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GLOSSAR · STOFFE

Denim

Denim ist ein fester Baumwollstoff in Köperbindung, bei dem die Kettfäden mit Indigo gefärbt sind und die Schussfäden ungefärbt bleiben. Deshalb ist der Stoff außen blau und innen hell, und er wird mit jedem Tragen und Waschen heller. Genäht werden daraus vor allem Hosen, Hemden und Jacken.

Wie Denim gewebt und gefärbt wird

Köperbindung heißt: Der Schussfaden läuft nicht abwechselnd über und unter jedem Kettfaden, sondern springt über zwei oder drei und versetzt sich in jeder Reihe um einen. So entsteht der schräge Grat, den man auf der Rückseite einer Jeans gut erkennt. Die Bindung macht den Stoff dichter und gleichzeitig beweglicher als eine Leinwandbindung aus demselben Garn.

Indigo legt sich nur außen um den Faden und dringt nicht bis in den Kern. Deshalb tragen sich die Kanten heller ab, an Knien, Taschen und Nähten zuerst. Genau das nehmen Waschungen vorweg: Stonewash arbeitet mit Steinen in der Trommel, Used und Vintage mit gezielt abgeriebenen Stellen, Rinse Wash wird nur einmal kurz gespült und bleibt dunkel. Rohdenim kommt ohne Waschung und zeichnet die Spuren erst beim Tragen.

Gewogen wird Denim traditionell in Unzen pro Quadratyard, abgekürzt oz. Rund 8 oz gilt als leicht, etwa 12 oz als Alltagsgewicht, ab 14 oz als schwer. Bei Shirts und Sweatern wird stattdessen in Gramm pro Quadratmeter gerechnet, siehe Grammatur.

Wofür es taugt, wofür nicht

Denim taugt für Teile, die Reibung aushalten müssen: Hosen, Jacken, Overalls, Schürzen. Er ist schwer, knittert kaum sichtbar und verändert sich über Jahre.

Wenig taugt er für Teile, die sich stark dehnen sollen, denn ein reiner Baumwollköper gibt kaum nach. Dafür wird ein kleiner Anteil Elasthan eingewoben, meist wenige Prozent. Für die Veredelung ist Denim ein dankbarer Untergrund für Stick und aufgenähte Patches, weil der Stoff die Stiche trägt, ohne nachzugeben. Auf dunkel gefärbtem Denim braucht Druck eine deckende Unterlage, und der schräge Grat der Bindung lässt sehr feine Linien unruhig wirken.

Denim und Jeans

Denim ist der Stoff, Jeans ist das Kleidungsstück daraus. Die Namen kommen aus zwei Städten: Denim von „de Nîmes“, Jeans von Gênes, dem französischen Namen für Genua. Ein Jeanshemd besteht also aus Denim, ein Denim-Stoffballen ist noch keine Jeans.

Relevant für

Bindung, Gewicht und Ausrüstung eines Stoffs legt fest, wer Kleidung produzieren lässt – bei Denim genauso wie bei Jersey oder Sweatware.

Zwei Fragen

Was bedeutet Denim bei Kleidung?

Denim benennt den Stoff, nicht das Kleidungsstück: einen festen Baumwollköper mit indigogefärbter Kette und ungefärbtem Schuss. Kleidung aus Denim ist deshalb außen blau und innen hell.

Was sagt die oz-Angabe bei Denim?

Die Angabe nennt das Stoffgewicht in Unzen pro Quadratyard. Rund 8 oz ist leicht, etwa 12 oz mittelschwer, ab 14 oz schwer.