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GLOSSAR · STOFFE

Elasthan

Elasthan ist eine synthetische Faser, die sich auf ein Vielfaches ihrer Länge dehnen lässt und danach wieder in die Ausgangsform zurückgeht. Pur wird sie kaum verarbeitet, sondern als kleiner Anteil in ein Gewebe oder Gestrick gemischt, oft mit rund fünf Prozent. Im englischen Sprachraum heißt dieselbe Faser Spandex.

Wie Elasthan funktioniert

Die Faser besteht aus langen Molekülketten, in denen sich weiche, bewegliche Abschnitte mit festen abwechseln. Unter Zug strecken sich die weichen Abschnitte, die festen halten die Kette zusammen und ziehen sie wieder ein, ähnlich wie eine Feder. Verarbeitet wird der Faden meist umsponnen: Ein Kern aus Elasthan steckt in einer Hülle aus Baumwolle oder Polyester, damit auf der Haut die äußere Faser liegt.

Wenige Prozent reichen. Ein Single Jersey mit fünf Prozent Elasthan gibt beim Tragen nach und kommt danach wieder in Form; ein Rippbündchen an Ärmel und Saum zieht sich damit zuverlässiger zusammen. Auf dem Etikett steht der Anteil in Prozent, hinter der Hauptfaser.

Hitze ist das Problem dieser Faser. Bei 30 °C waschen, nicht in den Trockner geben und nicht heiß bügeln: Jede dieser Belastungen ermüdet die elastischen Abschnitte, und ein ausgeleiertes Bündchen kommt nicht zurück.

Wofür es taugt, wofür nicht

Elasthan taugt überall dort, wo ein Teil sich mitbewegen und danach wieder sitzen soll: enge Shirts, Bündchen, Sportkleidung, Socken. Ohne elastische Faser beult ein Gestrick an Ellbogen und Knien aus.

Für die Veredelung ist der Anteil ein Faktor, weil sich der Stoff dehnt und das Motiv mitgehen muss. Eine geschnittene Folie oder eine dicke, starre Farbschicht macht das nicht mit und reißt an der Dehnstelle. DTF liegt als dünne Schicht auf dem Gewebe und hält eine übliche Dehnung aus, deshalb ist es auf elastischen Stoffen der ruhigere Weg. Stick geht mit Grenzen: Nadel und Garn geben nicht nach, die bestickte Stelle wird fest und braucht ein stabiles Vlies. Rippbündchen bleiben unbedruckt, weil sie sich am stärksten dehnen.

Elasthan und Mischgewebe

Elasthan ist eine einzelne Faser, Mischgewebe ist der Stoff aus mehreren Faserarten. Weil Elasthan fast immer als Anteil in einer Mischung steckt, ist ein Stoff mit Elasthan praktisch immer ein Mischgewebe; umgekehrt enthält längst nicht jedes Mischgewebe eine elastische Faser. Mehr dazu im Eintrag Mischgewebe.

Relevant für

Wer Kleidung produzieren lässt, legt den Faseranteil selbst fest, auch den elastischen; welche Stoffqualitäten dabei zur Wahl stehen, zeigt die Seite T-Shirts produzieren lassen.

Zwei Fragen

Wie viel Elasthan steckt in einem T-Shirt?

Meist wenige Prozent, oft rund fünf. Mehr braucht ein Jersey nicht, um beim Tragen nachzugeben und danach wieder in Form zu kommen.

Darf Kleidung mit Elasthan in den Trockner?

Besser nicht. Hitze ermüdet die elastische Faser; bei 30 °C waschen und an der Luft trocknen hält die Dehnung länger.