GLOSSAR · STOFFE
Interlock
Interlock ist ein doppelt gestrickter Jersey: Zwei Maschenlagen werden so ineinander gearbeitet, dass der Stoff auf beiden Seiten gleich aussieht, glatt und ohne erkennbare linke Seite. Gegenüber einfachem Jersey ist er dichter, formstabiler und schwerer, und die Schnittkante rollt sich nicht ein.
Wie Interlock gestrickt wird
Gestrickt wird auf einer Maschine mit zwei Nadelbetten. Die Nadeln greifen versetzt ineinander, deshalb liegen am Ende zwei Jerseylagen Rücken an Rücken und sind Masche für Masche miteinander verbunden. Daraus folgt dreierlei: Der Stoff ist blickdicht, er dehnt sich vor allem in der Breite und kaum in der Länge, und er behält nach der Wäsche seine Form besser als ein einlagiges Gestrick.
Weil zwei Lagen übereinanderliegen, wiegt Interlock bei gleicher Garnstärke mehr als Single Jersey. Bei Trikots steht er zum Beispiel mit 160 g/m² neben dem leichteren Polyester-Mesh mit 140 g/m².
Wofür es taugt, wofür nicht
Interlock taugt für Teile, die viel mitmachen und trotzdem in Form bleiben sollen: Trikots, Kinderkleidung, Shirts, die oft in die Wäsche gehen. Die glatte, dichte Oberfläche ist dabei ein guter Untergrund für die Veredelung. DTG gibt feine Details sauber wieder, weil kein aufgerauter Flor die Farbe verzieht; Voraussetzung bleibt ein hoher Baumwollanteil, denn die wasserbasierte Farbe muss in die Faser gehen. Stick sitzt auf dem dichten Gestrick ruhiger als auf lockerer Ware, braucht aber ein stabiles Vlies, weil sich auch Interlock dehnt, und Schrift unter etwa 4 mm läuft im Stick zu.
Wer einen leichten Sommerstoff sucht, greift dagegen besser zu Single Jersey. Die doppelte Lage trocknet langsamer, trägt mehr auf und ist bei Hitze deutlich zu spüren.
Interlock und Single Jersey
Single Jersey wird einlagig gestrickt: außen glatte Maschen, innen Querrippen, die Schnittkante rollt sich ein. Interlock ist die doppelte Ausführung davon, auf beiden Seiten glatt, fester und schwerer. Verwandt ist French Terry, das ebenfalls zwei verschiedene Seiten hat, innen aber offene Schlingen trägt; mehr dazu im Eintrag French Terry.
Relevant für
Wer Kleidung produzieren lässt, wählt die Strickart passend zum Schnitt und zum Gewicht. Wo Interlock im Sortiment auftaucht, zeigt die Seite Trikots bedrucken lassen: Dort steht er als Qualität neben Polyester-Mesh.
Zwei Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Interlock und Jersey?
Jersey ist einlagig gestrickt, sieht innen anders aus als außen und rollt sich an der Schnittkante ein. Interlock besteht aus zwei verbundenen Jerseylagen, ist auf beiden Seiten glatt, dichter und formstabiler.
Lässt sich Interlock gut bedrucken?
Ja. Die Oberfläche ist glatt und dicht, deshalb fallen Kanten und feine Details schärfer aus als auf aufgerautem Sweatstoff. Welches Verfahren passt, hängt an der Faser: DTG braucht Baumwolle, DTF geht auch auf Interlock aus Polyester.