GLOSSAR · STOFFE
Enzymwäsche
Enzymwäsche ist ein Ausrüstungsschritt am fertigen Textil: Das Teil läuft in der Waschtrommel mit Enzymen, die die abstehenden Faserenden an der Stoffoberfläche abbauen. Danach ist der Griff weicher, die Oberfläche glatter und die Farbe wirkt leicht abgetragen – die Optik einer Steinwaschung, ohne dass Steine in der Trommel liegen.
Wie die Wäsche abläuft
Gewaschen wird, nachdem genäht ist. Die eingesetzten Enzyme heißen Cellulasen und greifen Zellulose an, also den Stoff, aus dem Baumwolle besteht. Temperatur und Säuregrad im Bad werden auf das Enzym eingestellt, die Trommel bewegt die Teile, und die Zeit steuert das Ergebnis: kurz für einen weicheren Griff, länger für mehr sichtbaren Abtrag. Am Ende wird das Enzym gestoppt und ausgespült, sonst arbeitet es weiter.
Wofür es taugt, wofür nicht
Die Wäsche taugt für Baumwolle und andere Fasern aus Zellulose, etwa Viskose, Leinen oder Lyocell. Auf Polyester bleibt sie wirkungslos, weil dort nichts ist, woran das Enzym ansetzen könnte.
Ihre Grenze liegt in der Zeit: Wer zu lange wäscht, trägt nicht nur Fusseln ab, sondern nimmt dem Stoff Festigkeit. Teile werden durch die Wäsche außerdem etwas kleiner, deshalb wird der Schnitt vorher größer angelegt. Und weil jede Charge eine Spur anders ausfällt, ist die Waschung ein Merkmal, kein exakt wiederholbarer Farbton.
Enzymwäsche und Steinwaschung
Die Steinwaschung reibt mit Bimssteinen in der Trommel, die Enzymwäsche arbeitet chemisch. Das Ergebnis sieht ähnlich aus, die Steine belasten aber Nähte, Knöpfe und Maschine stärker und hinterlassen Steinstaub, der herausgewaschen werden muss. Oft laufen beide Wege zusammen. Am bekanntesten ist der Effekt von Denim, er wird aber ebenso auf Jersey und Sweatware eingesetzt.
Relevant für
In der .stumpf-Kollektion sind Hoodie 01 und T-Shirt 02 in Schwarz steingewaschen: weicher im Griff, ein Schwarz ohne Härte. Genäht, gewaschen und veredelt wird im selben Betrieb in Portugal. Welche Ausrüstung zu deinem Stoff passt, klärt sich beim Kleidung produzieren lassen, etwa wenn du T-Shirts produzieren lässt.
Zwei Fragen
Was macht eine Enzymwäsche mit dem Stoff?
Sie baut die abstehenden Faserenden an der Oberfläche ab. Der Griff wird weicher, die Oberfläche glatter, die Farbe wirkt getragen, und das Teil fusselt danach weniger.
Geht Enzymwäsche auf Polyester?
Nein. Die verwendeten Enzyme greifen nur Zellulose an, also Baumwolle, Viskose, Leinen oder Lyocell. Polyester bleibt unverändert.