GLOSSAR · PRODUKTION
Mindestbestellmenge (MOQ)
Die Mindestbestellmenge, im Handel MOQ für Minimum Order Quantity, ist die kleinste Stückzahl, die ein Hersteller für einen Auftrag annimmt. Üblich ist eine Grenze je Artikel, bei eigener Produktion zusätzlich je Schnitt und je Farbe. Mindestbestellmengen entstehen dort, wo vor dem ersten Teil Arbeit anfällt, die sich nicht auf die Stückzahl verteilt.
Warum es Mindestbestellmengen gibt
Der erste Grund ist die Einrichtung: Im Siebdruck wird je Farbe ein Sieb belichtet und in der Maschine ausgerichtet, für den Stick wird aus der Vorlage einmal die Stickdatei gepuncht, in der Näherei werden Schnitt und Zuschnitt vorbereitet. Diese Arbeit fällt bei fünf Teilen genauso an wie bei fünfhundert.
Der zweite Grund ist der Stoff. Wer eigene Teile nähen lässt, bekommt für jede Farbe eigene Stoffbahnen gefärbt oder gestrickt, und eine Bahn lässt sich nicht beliebig kurz bestellen. Deshalb gilt die Mindestmenge dort nicht nur je Schnitt, sondern auch je Farbe: Derselbe Hoodie in Schwarz und in Sand sind zwei Mengen, nicht eine.
Wo sie greift und wo nicht
Digitale Druckverfahren kennen keine Einrichtung je Auftrag. Bei DTF und DTG geht die Datei direkt in die Maschine, deshalb ist ein einzelnes Teil möglich; Stick läuft ebenfalls ab einem Stück, sobald die Stickdatei steht. Eine Mindestmenge steht dort, wo Siebe, Schnitt oder Stoffbahn sie erzwingen.
Die Zahlen gehen in der Branche weit auseinander. Ein Betrieb, der nur digital druckt, nennt gar keine; eine Näherei mit eigener Stoffproduktion nennt eine deutlich höhere Menge je Schnitt und Farbe. Wer Angebote vergleicht, fragt deshalb nach, worauf sich die Zahl bezieht: auf den Auftrag, auf das Motiv oder auf jede Farbe.
Mindestbestellmenge und Staffelpreis
Beide hängen an derselben Rechnung und meinen doch Verschiedenes. Die Mindestbestellmenge ist eine Grenze: darunter kommt der Auftrag nicht zustande. Der Staffelpreis ist ein Verlauf: Je mehr Teile auf dieselbe Einrichtung laufen, desto weniger kostet das einzelne. Eine Mindestbestellmenge von 20 Stück ist also der Anfang, nicht der beste Preis.
Relevant für
Welche Menge zu welchem Weg gehört, steht unter Kleidung produzieren lassen; was eine Menge für den eigenen Schnitt bedeutet, unter eigenes Label. Die Schritte davor beschreibt der Eintrag Kollektionsentwicklung. Bei .stumpf gibt es auf dem Rohling keine Mindestbestellmenge, Siebdruck beginnt bei 20 Stück je Motiv und ein eigener Schnitt in der Regel bei rund 100 Stück je Schnitt und Farbe.
Zwei Fragen
Warum haben Textilhersteller eine Mindestbestellmenge?
Weil vor dem ersten Teil Arbeit anfällt, die sich nicht auf die Stückzahl verteilt: Siebe, Stickdatei, Schnitt, Zuschnitt. Bei eigener Produktion kommt der Stoff dazu, der je Farbe eigens hergestellt wird.
Gilt die Mindestbestellmenge je Farbe oder je Auftrag?
Bei eigener Konfektion je Schnitt und je Farbe, weil jede Farbe eigene Stoffbahnen braucht. Werden Rohlinge veredelt, zählt dagegen das Motiv: Für 20 Teile mit demselben Siebdruckmotiv wird einmal eingerichtet.