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RATGEBER · GUIDE

CO2 durch Kleidung: wo die Emissionen entstehen

Stand: September 2026

Kurz gesagt

Kleidung verursacht CO2 an jeder Station: beim Anbau der Faser, beim Spinnen, Färben und Nähen, beim Transport und danach in deiner Waschmaschine. Für ein Baumwoll-T-Shirt nennen veröffentlichte Ökobilanzen rund 11 kg CO2 über den ganzen Lebensweg, und ein erheblicher Teil davon fällt erst beim Waschen und Trocknen an. Für die Bilanz zählt deshalb vor allem die Nutzungsdauer: Ein Teil, das du lange trägst und schonend wäschst, verteilt seine Emissionen auf viele Jahre.

Wie viel CO2 produziert ein T-Shirt?

Ein T-Shirt aus rund 220 g Baumwolle kommt über seinen Lebensweg auf etwa 11 kg CO2. Der Wert stammt aus einer veröffentlichten Ökobilanz und verteilt sich auf vier Abschnitte: Anbau der Baumwolle, Herstellung, Transport und Gebrauch.

Bis das Shirt fertig im Regal liegt, sind rund 40 Prozent davon angefallen. Der größere Rest entsteht danach, bei dir zu Hause. Die Rechnung geht von etwa 55 Wäschen über das Leben des Shirts aus – wer kühler wäscht und an der Luft trocknet, senkt diesen Teil spürbar.

55 Wäschen sind wohlwollend geschätzt: Ein dünnes Shirt, das nach einer Saison ausgeleiert ist, erreicht die Zahl nie.

Bei einem Shirt aus Polyester liegt der Wert höher, bei durchschnittlich etwa 15 kg.

Wie viel CO2 fällt bei einem Hoodie an?

Für Hoodies gibt es deutlich weniger belastbare Zahlen als für T-Shirts. Die Rechnung läuft aber gleich: In einem Hoodie steckt ein Mehrfaches an Stoff, also fällt in Anbau und Herstellung entsprechend mehr an. Auch jede Wäsche wiegt schwerer, weil mehr Gewicht in der Trommel mehr Wasser und Energie braucht.

Dafür kommt ein Hoodie seltener in die Maschine als ein Shirt, und ein schwerer Sweatstoff hält bei ordentlicher Pflege viele Jahre. Wer die Emissionen pro getragenem Tag rechnet statt pro Teil, steht mit dem Hoodie oft besser da. Eine Zahl nennen wir hier trotzdem nicht, weil wir keine belastbare gefunden haben.

Was kannst du tun, um weniger CO2 zu verbrauchen?

Im Schrank hängen Emissionen, die längst angefallen sind. Daran ändert kein Verzicht mehr etwas; die Frage ist, wie lange jedes Teil dort bleibt.

Der erste Hebel ist der Kauf. Teile, zu denen du keinen Bezug hast, stauben ein. Wer günstig kauft, kauft oft doppelt: Ein dünnes Shirt läuft ein, verzieht sich, fühlt sich nach ein paar Wäschen nicht mehr gut an – und dann kommt das nächste.

Ein Shirt aus festem, am besten vorgewaschenem Stoff verursacht in der Produktion mehr CO2, weil mehr Material darin steckt. Über die Nutzungsdauer holt es das wieder rein, sobald es zwei oder drei kurzlebige Teile ersetzt.

Der zweite Hebel liegt in der Pflege. Weil ein großer Teil der Emissionen erst in deiner Waschmaschine entsteht, zählt jede Wäsche bei 30 °C und jedes Auslüften, das eine Wäsche erspart. Wie das bei Baumwolle geht, steht im Ratgeber Baumwolle waschen.

Produziert Bio-Baumwolle weniger CO2 als herkömmliche?

Kurz und knapp: ja. Beim Anbau von Bio-Baumwolle sind Pestizide und anorganische Düngemittel nicht erlaubt, und die ausgewerteten Anbaudaten weisen deshalb einen um 46 Prozent niedrigeren CO2-Wert aus. Noch größer ist der Abstand beim Wasser: Die Belastung des Grundwassers sinkt um 98 Prozent.

Ein Aber gehört dazu. Bio-Baumwolle lässt sich derzeit nicht beliebig hochfahren. Die Faser kommt meist von kleinbäuerlichen Betrieben und wächst in einer Fruchtfolge, also nicht das ganze Jahr auf derselben Fläche. Würde sie wie herkömmliche Baumwolle in Monokultur angebaut, stiegen CO2-Ausstoß und Grundwasserbelastung wieder, und der Ertrag pro Fläche bliebe trotzdem kleiner. Auch hier führt der Weg über den Konsum: weniger kaufen, länger tragen.

Was wir dazu machen

Wir produzieren nach Bestellung, nicht auf Verdacht. Was genäht oder bedruckt wird, ist bestellt; es bleibt kein Stapel übrig, der später vernichtet wird. Die Wege bleiben kurz, weil in Europa produziert wird: Rohlinge veredeln wir in Deutschland, die eigene Kollektion wird in Portugal genäht und veredelt. Was wir dabei zusagen und was nicht, steht unter Nachhaltigkeit.

Häufige Fragen

Ist ein Shirt aus Polyester schlechter als eines aus Baumwolle?

Im CO2-Wert liegt Polyester höher. Für die Entscheidung zählt trotzdem der Einsatz: Ein Funktionsteil aus Polyester hält beim Sport länger durch als Baumwolle. Die Nutzungsdauer entscheidet, nicht die Faser allein.

Zählt Secondhand als Einsparung?

Ja. Die Emissionen aus Anbau und Herstellung sind bei einem gebrauchten Teil schon angefallen. Jedes weitere Jahr, das es getragen wird, verteilt sie auf mehr Tage.

Bringt kaltes Waschen wirklich etwas?

Ja, das Erhitzen des Wassers ist der größte Energieposten einer Wäsche. Wer von einem heißen auf ein kühles Programm wechselt, spart bei jedem Durchgang, und bedruckte Teile halten länger.